Dorfschreiber

Zuerst war da nur...

... ein alles dominierendes Wort.

Zuerst war da nur ein alles dominierendes Wort. Man konnte es mit Informationen unterfüttern, verglich Statistiken, alles hatte noch seine katastrophale Ordnung, aber nun, fast eine Woche später, wird es langsam zu einem beklemmenden Gefühl. Alle Scherze sind gemacht. Die Psyche muss sich positionieren, um diese schwierige Lebenssituation ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen. Sie hat angefangen, und sie wird ein Ende finden. Es werden Menschen sterben, aber die Menschheit stirbt nicht. Trotzdem ist da ein ungutes Gefühl. Auch wer keine Nachrichten und Talkshows sieht, weiß, dass alle nur von einem reden und eines denken.

Ich trete fest auf, um mich des Bodens zu vergewissern. Ich hoffe, dass es nicht zu lange dauert, aber es hat gerade erst angefangen. Das Schöne und das Schreckliche ist überall. Manchmal liegt es so nah beieinander, dass man es kaum auseinanderhalten kann. Ich bin für das Rotkehlchen, das im Garten für mich singt. Ich bin für den Frosch, der sich gestern, durchs Unkrautjäten gestört, schleunigst im frischen Grün einer Staude versteckte.

Am Himmel sind kaum noch Kondensstreifen. Die Börsen, Orte hemmungsloser Gier und Wettleidenschaft, stolpern. Viele Menschen haben keine Arbeit mehr. Flüchtende, egal, aus welchem Krieg, haben im Augenblick keine Chance. Das Rotkehlchen singt noch immer.

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