Dorfschreiber

Rückkehr

Der Dorfschreiber hatte das Haus kaum betreten, als Danah schon vor der Terrassentür stand, eine der Nachbarkatzen, die Mutter von Lea, die Scheue. Gestern war er nach Hause gefahren, Auch Dorfschreiber haben dann und wann Feierabend. Sie sind schließlich Tag und Nacht im Dienst. Er war also dahin gefahren, wo alles so ist, wie er es am liebsten mag, die Tapeten, die Möbel, die Bilder an der Wand, sogar die Bettwäsche. Man sollte also glauben, es gäbe keinen besseren Ort, aber am nächsten Morgen erwachte er unruhig, und  wusste gleich, dass er Sehnsucht hatte. Sehnsucht nach Everswinkel, Sehnsucht nach einem Ort, in dem er seit einer Woche und für weitere 8 Wochen allein lebt und schreibt. Wie soll er sich das erklären?

Er hat Romane begonnen und wieder beiseite gelegt, er hat Kutschen gefahren und Biere gezapft, Theaterstellagen gebaut, er hat einen Swiming Pool mit dem Presslufthammer in Schutt und Asche gelegt und Post ausgetragen, alles mögliche hat er für Geld getan, aber jetzt tanzt er den Dorfschreiber. Er kann es kaum glauben.

Abends kommt Godot gern auf einen Schluck Wein, manmal auch Beckett. Die drei haben sich gern,.Sie sitzen dann auf der Terrasse und frieren sich durch den Maiabend. Danah schnurrt und die Welt dreht sich. 

Da sie sich mehr denn je um nutzloses Geld dreht, das in immer größeren Mengen immer weniger Menschen zufließt und immer größeres Unglück bringt, ist es kein Wunder, dass der Dorfschreiber meist nichts davon abbekommt.

Zuhause hat er in der wiedereröffneten Außengastronomie Grappa getrunken und Herrencreme gegessen. Es war kalt, es hätte jederzeit regnene können, aber die Tische ringsum waren besetzt und Stimmen schwirrten.

Es schellt. Beckett steht vor der Tür. Er bringt einen Stapel "Dorfschreiberpostkarten " Herr M. wird sie morgen verteilen, damit die Menschen wissen, wie ihr Dorfschreiber aussieht, Die Welt steht offen.

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