Dorfschreiber

Restposten

Restposten

Alles muss raus. Jogi Löw muss raus, der Poeta Laureatus muss raus, der Kopf schaltet ab,  und der Bauch, gesteuert vom zweiten Hirn, unserem Darm, der mehr weiß als das, was rauskommt, darf entspannen.

Wie viele Zeichen passen auf eine Seite? 6500 etwa. Macht, wenn ich es über den Daumen peile, bei 100 Seiten ca. 650.000 Zeichen, Kommata und Punkte, Ausrufe- und Fragezeichen nicht mitgerechnet.  Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass unser Alphabet nur 26 Buchstaben hat.

Wo sind die hergekommen? Waren die alle längst da, als ich am 9. Mai hier ankam? Vermutlich. Lagen seit Jahrhunderten auf der Lauer, und warteten wohl nur darauf, dass ein Poeta Laureatus auftaucht, der nichts weiter kann und will, als diese Zeichen zu Worten zu formen.

Waren sie in der Lage, all das zu sagen, was zu sagen ist? Vielleicht. Es ist aber auch möglich, dass es gar nicht die Worte sind, die Everswinkel beschreiben, sondern dass alles, was zu sagen war, die Geschichten vom Dorf und den Menschen, gespickt mir Ironie, Humor und kleinen Spitzen, nicht in den Worten zu finden sind, sondern sich zwischen den Zeilen verbergen.  

Wenn das gelungen ist, könnte der Dorfschreiber sich zurücklehnen und die Hände reiben. Zwei Monate seines Leben wären in trockenen Tüchern. Zwei Monate plus eins, denn im letzten Jahr, als Corona wie eine Metapher die verletzliche Welt in Turbulenzen stürzte, war der Dorfschreiber im Home-Office und hatte keinen physischen Kontakt zum Ort des Geschehens.

Was ist warm, was ist kalt? Warm ist alles, was dem zu Beschreibenden körperlich nahe kommt. Kalt ist alles andere.

Die Welt, der Ort Everswinkel und seine von Heimatforschern beschriebene Geschichte, war schon immer da, der Dorfschreiber hat ein wenig am Firnis gekratzt, hat hier und da ein paar Ausrufezeichen gesetzt, und macht sich am Sonntag aus dem Staub.

Freut er sich? Ja, er freut sich. Ist er ein bisschen wehmütig? Ja, allerdings. Was hat er sich eigentlich dabei gedacht,  als er sich 2019 mit seinem Text "Wo das Gold liegt" für die Ausschreibung eines Dorfschreiberstipendiats in Everswinkel bewarb? - Er hat gedacht, dass er dort drei Monate für das bezahlt werden würde, was ihm zusteht.

Und das Dorf? Was hat das Dorf sich dabei gedacht? Dass ein bummsfideler, trinkfester Dichter auftaucht,  um den langen Schatten des ehemaligen Dorfmalers  Wladimir Gurski, der, zumindest schließt der Dorfschreiber das aus den Erzählungen, hier einigen Eindruck hinterlassen hat, zu übertreffen? Ich weiß es nicht.

Ich weiß, dass die Idee, einen Dorfschreiber zu engagieren, schon seit über 20 Jahren in den Köpfen des Kulturkreises Everswinkel herumgeisterte, eh sie Wirklichkeit wurde. Gut Idee. Danke.

Die Rezeption seiner Arbeit, das sich Auseinandersetzen mit Text aber ist ungleich schwieriger, als das Betrachten eines Bildes. Ein Bild ist bunt oder monochrom, es ist realistisch oder abstrakt, es hängt an einer Wand, ausgestellt in öffentlich zugänglichen Räumen, es gibt eine Vernissage und eine Finissage, es werden Reden gehalten, am besten von Kunstsachverständigen, es werden Häppchen gereicht und Sekt, man prostet sich zu, der Bürgermeister lächelt, man hat etwas in der Hand.

Der Dorfschreibern kam in Corona Zeiten, es gab und gibt Kontaktbeschränkungen, aber auf offizielle Termine war er auch nicht erpicht.

Aber - und das ist ein gravierender Unterschied, ein Dorfschreiber kann nichts an die Wand hängen. Und selbst, wenn er Text an die Wand gehängt hätte, es wären doch bloß Buchstaben, die jeder für sich hätte entziffern müssen, was mühsam sein kann, und eine intellektuelle Bereitschaft voraussetzt.

Ein Bild, von dem man sagt, dass er mehr sagt, als tausend Worte, ist - zumindest von den meisten - mit einem Blick erfasst.
Oh wie schön, sagt man, denn man hat etwas erkannt. Ein Haus, einen Baum, eine Person. Ein Text kann das nicht.

Wehmut also, nicht nur, weil der Dorfschreiber Abschied nimmt, und wieder dahin zurückkehrt, wo er hergekommen ist, sondern auch, weil das Gefühl, dass alles, was er hier getan hat, auf immaterielle Weise verpufft.

Allerdings steht die Idee im Raum, das Immaterielle zwischen Buchdeckel zu binden und es somit in die haptische Welt zu überführen. Zudem soll es ein Hörbuch geben. Hörbucher sind etwas für Lesefaule. Lesen ist eine Kulturtechnik, die sich auf dem Rückzug befindet.

Eine Webseite, wie die des Kulturkreises Everswinkel, ist unzeitgemäß. Zeitgemäß wäre Instagram, Tiktok, Twitter und wie all diese Plattformen heißen, aber da ist nur Platz für Geschrei, Sensation und Lüge. Also hofft der Dorfschreiber auf ein Buch. Wie es heißen soll? Das weiß er noch nicht, aber wie jeder Dichter hofft er auf ein Buch, selbst, wenn er so alt ist, wie ich. Ein Buch ist etwas, das man vorzeigen kann, es hat einen Namen, und der Dorfschreiber kann sagen, das ist von mir. Die Hoffnung stirbt immer zuletzt,und sei es in einem Bücherregal.

Nach dem 1:0 der Engländer konnte ich das Spiel nicht länger ertragen, habe mich auf meine Aprilia gesetzt, bin Richtung Sendenhorst geflüchtet,  in den Schuter abgebogen, vorbei an der Lourdes Grotte, wo die Pappel mächtig zerrupft worden ist vom Gewittersturm des Vortages, habe mich an dem Fernmeldeturm von Sendenhorst orientiert, irgendwo die Angel überquert, bin links ab Richtung Hoetmar und von dort auf schmalen, selten befahrenen Landwirtschaftswegen durch den Gronhorst und Mehringen vorbei am Spargelhof Hengemann wieder hierher gefahren. Das Spiel war vorbei, die Deutschen waren draußen, ich war immer noch hier, aber ich hatte meine Gedanken sortiert.

Was also ist geschehen?
Was muss noch raus, was ist liegengeblieben?

Als ich vor zwei Monaten kam, wurden die Tage noch länger. Die ersten Wiesen waren gemäht. Das Grün leuchtete kräftig und frisch. Gerste, Roggen, Weizen, und Mais waren noch kaum aus der Erde. Bald darauf gab es den ersten Spargel, dann wurden die Erdbeeren reif, das Heu war da längst eingefahren. Jetzt steht die Gerste kurz vor der Reife, Roggen und Weizen brauchen noch eine Weile, der Mais steht brusthoch, die Kirschen sind fast reif, und die Tage werden schon wieder kürzer. So gait dat Liäwen. Et wärd langsaam dunkel, n et is no nich Nacht,

In der Sternenmitte, bin ich der Dritte von links. Und ich düse, düse, düse im Sauseschritt, und bring dir Liebe mit...

Der Dorfschreiber war aber immer noch nicht beim  Gitarrenbauer Rössler Am Haus Borg, das Treffen mit dem IGES hat er nur am Rande verarbeitet, die Flüchtlingsinitiative Everswinkel hat er nicht besucht, obwohl die beeindruckende Arbeit leistet. Tausend Dinge wären noch zu tun, aber das ist wohl immer so.  

Von den Dorfschreiberpostkarten, die zu hunderten gedruckt worden sind, haben nur ein paar zu mir zurückgefunden. Man hätte sie den Schuhkarton in der Poststelle einwerfen können, aber als ich gestern dort nachschaute, fand ich außer Papiermüll nur zwei Wünsche.  Jemand wünschte sich, ich solle morgens um sechs an der Bushaltestelle Menschen nach ihren Zielen fragen, ein anderer, ich solle über die Flüchtlinge nach 1945 schreiben.

Einige der Flüchtlinge im "Pollackenviertel" um die evangelische Kirche am Pattkamp habe ich getroffen. Sie sind aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen geflüchtet, aber ihre Geschichten gleichen der des Kurden M., der vor sechs Jahren aus Syrien kam, als Krieg und Unterdrückung, religiöser Wahn und pervertierte Macht den Menschen dort keine andere Wahl als die Flucht ließen. Zu Fuß über Land, in abgetakelten Booten über das Meer, von Schleppern missbraucht, und dann endlich - in Sicherheit?

Hässlich, ich bin so hässlich, ich bin so hässlich, ich bin der Hass.

M., Kurde jesidischen Glaubens, hat es bis Everswinkel geschafft, M. spricht gut Deutsch, absolviert eine Ausbildung in einer Autowerkstatt, M. gefällt es hier, aber er ist noch immer von Ausweisung bedroht.

Himmelriek, Lumpenberg, Uhlenkampsbusch, Dat Twärsland, Kleikamp, Kleibrink, In't Iäswinkel, Sonnenbrink.
Everswinkel ist Wunderland.

Yes, I can. No, I can't.

Vieles wird nicht gesagt sein, wenn ich fort bin. Die Geschichte des ehemaligen Salon Knorrenschild bleibt ebenso ungeschrieben wie die der Spielhalle im Haus Mittrup, die, immerhin das habe ich erfahren, auch einmal in chinesischer Hand war und jetzt einen Besitzer hat, der mal hier und mal dort ist, jedenfalls nur schwer greifbar und, schien mir, eine etwas zwielichtige Gestalt. Aber diese Einschätzung ist subjektiv, ich finde Spielhallen zwielichtig, aber es gibt sie schon lange, also gibt es auch Spieler, die dort ihrer Sucht anhängen.

Die Geschichte des Fußballers Erwin Kostedde werde ich auch nicht mehr erfahren, wenngleich ich ihn kurz getroffen habe, ein liebenswürdiger Mensch, gesundheitlich angeschlagen, ein Witwer, der schwer an seiner Vergangenheit trägt und unter dem Hass leidet, der ihm als Sohn eines schwarzes GI's und einer Münsteranerin immer entgegenschlug. Eine wahnwitzige Geschichte mit großen Höhen und tiefer Depression.

Was noch? Jemand sagt, die Detektivin sei einmal ein Mann gewesen. Na und? Da halte ich es mit Friedrich dem Großen, der jeden nach seiner Fasson selig sein lassen wollte. Mit mir hat es die Natur gut gemeint, reiner Zufall im universalen Knobelbecher. Diejenigen, die über Menschen mit weniger Glück die Stirn krausen, schätze ich nicht.  

Als ich mich 2019 mit dem Rad Everswinkel näherte, und erfuhr, dass der Schornstein, den unterwegs gesehen hatte, zu der Kornbrennerei Gerbermann gehört, hatte ich mir vorgenommen, dass ich als erstes dorthin fahren würde, um - wenn möglich - über das Selbstverständnis eines westfälischen Drogenherstellers zu sprechen. Ist nix draus geworden, und wird auch nix mehr draus. Auch, dass die großen LKW's, die täglich vor den Milchwerken stehen, Maccadamia Nüsse und Verpackungsmaterial für die saisonale Produktion von Eiscreme geladen haben, bleibt ebenso eine Randnotiz, wie der Hinweis auf dem Maibaum auf dem Magnusplatz über den Brieftaubenverein Luftpost Tempo Blitz, ein feiner Name.

Das Lied über die Lindenalleen bleibt ungesungen, das Lied über die geisterhaften Birkenalleen ebenso, die Sektempfänge mit Offiziellen und trunkenen Nächte in Biergärten mit Eingeborenen haben nicht stattgefunden, es hat keine Verbrüderungen gegeben, und der Segen der Kirche steht immer noch aus. Da der Dorfschreiber mit Godot in ständigem Kontakt steht, lässt er darauf einen kräftigen Wind und gut iss. Um den Stutzer, der "Humanist" auf seine Visitenkarte schreibt, hat er einen weiten Bogen geschlagen.

Ein wenig Leid tut es ihm um die Geschichte des schottischen Rock 'n Rollers Eddie Mc.G, der in Alverskirchen lebt. Ein knorriger Mann. Der Dorfschreiber kennt ihn schon lange, er hat ein, zwei Mal mit ihm Musik gemacht, aber Eddie glaubt, dass die westfälischen Bauern sich weder für ihn noch für seine Geschichte interessieren. Schade, Eddie, ich hätte dir ne gute Story auf deine Gitarre geschrieben.

Und die Kunst?
Was zum Teufel ist mit der Kunst?
Der Kunst soll keinerlei Vorzugsbehandlung wiederfahren.
Die Kunst ist Unterhaltung für Minderheiten.
Die Kunst ist, was sie ist, sagt die Kunst.

Gescheitert ist der Dorfschreiber in seinem Bemühen, mit der Klasse 8a der Verbundschule etwas zustande zu bringen. Pubertierende in Höchstform. In ihnen rumort etwas, wovon sie nichts ahnen, höchstens, dass es was Großes ist, das mit Frauen, bzw. Männern zu tun hat. Es ist peinlich. Sie wollen nicht darüber sprechen. Sie wollen überhaupt nicht sprechen. Bitte. Kein Problem. Immerhin hat es mir einmal mehr gezeigt, dass ich richtig entschieden habe,  nach dem 2. Staatsexamen nicht in den Schuldienst einzutreten.

Wobei wir bei einem zentralen Thema angelangt wären: dem Scheitern.
Gemeinhin verpönt, da ein biblischer Auftrag fordert, sich die Welt untertan zu machen. Wozu das geführt hat, sollte jedem klar sein. Außerdem gehört das Scheitern zum Leben wie der Erfolg. An beidem kann man wachsen oder zerbrechen. Ich für meinen Teil habe meine Lektion gelernt. Letzte Woche kaufte ich mir von meiner Dorfschreibergage eine gold-glitzernde Lincoln Stretch-Limousine mit Spiegeltischchen für Kokain, Kühlschrank für Champagner und verdunkelten Scheiben, damit ich darin treiben kann, was immer Erfolgreiche darin treiben.

Letzte Reste? Anekdoten? Dönekes?

Ein sechzigjähriges Ehejubiläum steht an. Er schenkt ihr einen Ring mit einem kleinen, wertvollen Stein. Dann liest sie die innen eingravierte Botschaft: sechzig Jahre Krieg und Frieden. Sie umarmen sich lachend.

Es ist früher Morgen, es regnet und alle sind spät dran. Sie fährt ihre Kinder zur Bushaltestelle. Sie trägt Nachthemd, Bademantel und Schlappen. Die Kinder erreichen den Bus, steigen ein, sie will das Auto starten, heimfahren und sich einen Kaffee aufbrühen, aber das Auto sagt keinen Pieps. Handys gab es noch nicht. Und jetzt?

Wie kann man zu Coronazeiten das Abendmahl feiern, ohne die Sicherheitsregeln zu missachten? Nun, die Hostien werden in kleinen Gläsern mit Schraubverschluss gereicht. Als es heißt, "dies ist mein Leib....", hört man ringsum ein leichtes Ploppen, das entsteht, als die Gläubigen ihre Gläser öffnen, um die Hostien heraus zu fischen.

Da ist ein Ehemann, der nicht raucht. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die ganze Wahrheit offenbart sich, wenn er bei seinen täglichen Ausfahrten morgens und abends die hölzerne Brücke über den Mussenbach erreicht, denn dort raucht er und lutscht anschließend einen Pfefferminz.

Wurst und mehr, immer freitags auf dem Wochenmarkt. Der Anbieter kommt aus Holland. Sein kleiner roter Verkaufswagen ist schick, nebenan steht ein Benz, der ihn zieht, aber die Kunden bleiben aus. Er steht auf, wischt mit der Hand über die Auslagen, trinkt einen Schluck Cola und setzt sich wieder.
Die Wurst, sagt der Hamburger, mit dem ich immer auf einer Bank sitze und plaudere, verfehle den Geschmack der Hiesigen. Überhaupt, die Hiesigen sind sehr eigen, sagt er. Jeder misst sich mit jedem, und hält sich für den Erfolgreicheren.

Siehe auch: Erfolg und Scheitern.

Ich sehe einen älteren Herrn mit Kippa. Eh ich aufspringen, zu ihm gehen und sagen kann, ich sei der Dorfschreiber, könne er mir eine Geschichte erzählen, ist er schon auf und davon. Gibt es eine Synagoge in Everswinkel?

Was ist für Sie ein gelungener Tag? Diese Frage habe ich keinem gestellt. Schade.

Ich habe Milane gesehen, Kiebitze, eine Eule ist mir über den Weg geflogen, drei Hasen in Mehringen haben sich von mir fotografieren lassen, aber Rehe und Wildschweine habe ich nicht gesehen.

Ein alter Mann, Zugezogen wie viele hier, erzählt mir vom Ankommen und Fremdbleiben.

Eine alte Dame aus Ostpreußen berichtet mir von ihrer Flucht, die sie zunächst nach Dänemark, dann nach Oxbüll, nach Siegen und schließlich Alverskirchen führt, wo sie auf einem Bauernhof arbeitet. Der Vater ist Melker. Ihr Lohn: 90 Mark. Ein Brot kostet 2,50. ein Liter Milch 35 Pfennig. Die reichen Bauern waren die kniepigsten. Die gaben ihr nix umsonst. Die kleinen Bauern waren menschlicher. Irgendwann wird sie Hausangestellte in Münster. Dann geht sie nach Canada, wo Verwandte leben, kehrt aber nach sechs Jahren wieder zurück.

Unvollendeter Vers:

Lautlos locht die Meise ein,
Wolken zieh'n in Ruh,
Kukuck ruft, paar Kinder schreien,
....

H. taucht auf. Der Reißverschluss seiner Hose steht offen. Der Feuerwehrmann sagt, H. deine Hose steht offen. Na und, sagt H., der Tote muss hin und wieder mal raus an die Luft.

Unvollendeter Vers:

Bienen liebe blaue Blüten,
Herren lieben Schnaps,
und gefüllte Aldi-Tüten ....

Vitus Straße:
kleine Frau im SUV, in den sie nur mit Hilfe einer Trittleiter einsteigen kann. Easy Rider mit Dreirad, Zopf, Fuchsschwanz hintendran, sicher schon über sechzig, trägt ein T Shirt, auf dem: Oppositioneller Opa steht.

Ein paar Meter vor der Eisdiele Sorrento beginnen die meisten Kinder zu rennen.

Hunde führen ihre Menschen durchs Dorf.

Ich betrete die Gaststätte Strietholt. Eine junge Frau fragt mich: Sind sie von den Sexbuben? Wie? Den Sechsbuben. Dem Kegelverein. Ach so. Nein. Ich bin der Dorfschreiber.

H. über die Kunst: bei mir fängt die Kunst beim Arsch der Athene an, geht bis zur Renaissance, setzt aus und fängt bei DADA wieder an.

Was lernt man in Westfalen? Beten und arbeiten.

Schluss jetzt.

Liebe Everswinkler,

sollte der ein oder andere Freude an meiner Arbeit gefunden haben, freut es mich. Falls nicht, kann ich es nicht ändern. Und ehrlich gesagt ist es mir dann auch egal.  Ich hatte eine gute Zeit. Aber wie das so ist, Zeiten wechseln ständig ihr Gesicht, wir sind nichts als "a Gestalt in time", siehe: Gestalttherapie: Fritz und Laura Perls, Paul Goodman.

Also, es ist vorbei. Es war eine gute Zeit. Eine sehr gute Zeit.
Ich bedanke mich beim Kulturverein, bei den Menschen, beim Dorf und seinem wundervollen Umland.
Hasta la vista, Baby, oder, wie der Westfale sagt: Guad goahn.

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