Dorfschreiber

Hofnarr & König


Hoffnarr & König

Noch vor Sekunden
stand hier nicht ein Wort,
der Hofnarr war verzweifelt,
der König sah ihn strafend an,
die Majestät vereitelt,
sprach er, manchen Zwist,
doch ihren Hofnar lässt sie sagen,
wie es ist.
'Also, wie ist es, Narr, was sagt das Volk,
steht es noch treu zu mir,
wenn es am Mühlenkolk sich trifft,
und in der Schenke Sorgen kühlt bei einem Bier?

Liebt es mich noch,
wie es mich doch
nie lieben wollte,
versteht es, was ich ihm zuliebe
tu, verzeiht es jede Volte,
die ich ihm zumute,
weil ich der König bin,
und niemand außer mir den Sinn
erfasst, und niemand meine Worte will,
sag Hofnarr, du bist heut so still.

Ach König, sagt der Hofnarr,
ob es meine oder eure Worte sind,
interessiert kein Kind,
das Einz'ge, was das Volk sich wünscht,
ist, dass ihr Steuern senkt und Wege baut,
ihm große Autos möglich macht,
die leise laut und hochgeschwind,
des Volkes liebstes Spielzeug sind.

Sie fahr'n,
und alle Kriege, die ihr angezettelt habt
und noch vom Zaune bechen werdet,
und alles Elend, an dem ihr beteiligt
und wovon ihr noch reicher werdet,
und jeden Baum, den ihr noch fällt,
vergessen sie und fahr'n herum in dieser Welt.

Sie schneiden Kurven, sind versessen,
auf jeden Meter, den sie schneller sind,
sie haben sich längst arrangiert,
weil Sie der König sind,
und wollen nur vergessen.

Doch ich, ihr Hofnarr, glaubt noch an das Ideal,
und ihr, mein König, seid es nicht,
ihr seid das Übel und die Qual,
auf Euch wartet das Weltgericht.   
 

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