Dorfschreiber

Gedicht für eine Katze

Wie manche sich den Buddha wünschen.

Man hätte,
als die toastbrotdicke Katze
zum ersten Mal
vor dem Balkon auftauchte,
NEIN
gesagt
und nicht gewagt,
sie doch herein zu bitten,
dann hätte man allein gelebt
und sich an ihrer Schönheit nie
geschnitten.

Doch da man JA rief,
ja, du fettes Ding, komm her,
hat man es jetzt
doppelt so schwer,
sie abends nur ein Stück
vom Fußende des Betts nach rechts zu schieben,
denn schließlich will man selber richtig liegen,
und nein zu sagen,
wenn sie wieder ihre Lieder singt,
mit denen sie den Mensch' zum Essengeben zwingt,
und Acht zu geben, wenn sie kämpfen will,
und zuzuhören, wie sie schnurrt,
so still.

Seltsam ist auch,
dass noch kein fester Name für sie gilt.
Der eine nennt sie Puuss,
der andre Mopsi,
Anna war auch schon im Spiel,
doch da sie sowieso nicht hört,
macht das nicht viel.

Sie ist,
wie manche sich den Buddha wünschen,
sie muss nichts tun, und es genügt ihr, da zu sein.
Sie ist zuweilen unsichtbar, doch wir sind nie allein.

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