Dorfschreiber

Der gottverdammte Hund

Der Juni ist sein schwarzer Monat,
alles ist grün, es blüht, sie stirbt,
zwei Tage darauf neues Leben,
das Hoffnungssegel wird gefiert,
so schwarz,
so süß ist die Erinnerung,
so bunt und froh,
die Sträuße,
die er für sie pflückte,
doch über allem
herrscht der Sensenschwung,
den abzuwehren
nicht mehr glückte.

So bleibt der Juni
sein gebranntes Kind,
tiefschwarz, heilfroh,
die Blumen auf ihr bunt,
elf Jahre nun, der Juni ist
ein gottverdammter Hund,
ein Reißer,
der sein Liebstes riss,
ein unerwartet heißer,
der ihn neu beginnt,
und ihn in eine andere Liebe spinnt.

 

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