Dorfschreiber

Ballade für Alvinskerken

Ballade für Alvinskerken

Am Haselweg
unter dem jungen Spitzahorn
stehen zwei Bänke fest verkettet,
und an den Stamm genagelt  
sind die Stange eines Siebenenders
und Hörner eines jungen Bocks,
der Wind kommt aus Südwest, er bettet
die dunklen Wolken und zerzaust ihnen den grauen Rock.

Am Sportpark Wester
bellt ein Labrador mich an
sein Herrchen mäht den Rasen
dann und wann
schaut er herüber und der Hund begreift,
dass ich nichts Böses will, sein Schweif
schlägt, bis auf Weiteres geschlossen,
steht auf dem Torschild, alle Fragen bleiben offen.

Ich mach nichts mit,
weil ich nichts machen darf, denn Ferne
ist die Losung, Abstand  halten, dieser Tage,
dass man das Up'n Hoff nicht gerne
hört,  ist keine Frage,   
am Tag Vierhundertzweiundzwanzig dieser Krise,
zähl ich in Anbetracht der südwestlichen Brise 
das Virus, das schon weiche Knie hat, aus.

Schön wär's,
wir wären Patenbäume
wie auf dem Weg nach Alvinskerken, Linden,
mit weichem Grün, bis dreizehn Jahre alt,
wir würden uns in bester Laune finden
ich hör schon, wie der Korken knallt,
ich seh' den Kirchturm von St. Agatha,
ich seh zwei Hasen, den Gedenkstein,
ein Haus, die Nummer 5, verwaist. allein,
ich geb der Leeze Zunder und bin da. 

Ich  dreh den Kreisverkehr im Dorf,
zähle die Stufengiebel, wäre gern zu Hause,
Schürkötters Mühle, renoviert,
im  Golddorf  mach ich eine Pause,
St. Agatha schau ich mir später an,
weil ich heut nichts mehr sehen kann,
es ist beschlossen, 
noch zum Spaß, den Kreisverkehr umkreist 
dann heimgereist.

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