Über unsProgrammPressestimmenKontakt Kulturkreis Everswinkel
Illustration

Bilder einer Ausstellung

 

 

Hüftgold

Auf diesen Schatz würden die meisten gern verzichten: Hüftgold, jene Fettpölsterchen, die sich vor allem um die Mitte des Körpers ansammeln. Die sprachliche Beschönigung zeugt vom durchaus nicht spannungsfreien Verhältnis des Menschen zu seinem Körper. Dieser Körperlichkeit widmet der Kulturkreis Everswinkel seine Ausstellung „Hüftgold“ mit Werken der beiden Künstlerinnen Susanne von Bülow und Nora Grunwald vom 1. bis zum 29. Mai 2011 im Rathaus.

Dicke Körper, Fettleibigkeit, das ist das Thema, das sich durch die gesamte Arbeit Nora Grunwalds wie eine Leitmelodie zieht. Sie zeigt in Everswinkel überwiegend kleine Formate von intensiver Farbigkeit. Es sind farblich äußerst delikate „Kabinettstückchen“, Schwergewichtige in immer neuen Facetten darstellend, die teils in ihrem Fett zu versacken scheinen, teils zu tanzen oder zu kämpfen beginnen und ungeachtet ihrer Massivität eine starke Dynamik entwickeln. Die Variation des Themas zwischen dem Aspekt des Problematischen, Niederdrückenden eines Zuviels an Fett auf der einen und einer ungeahnten Ekstase und Schönheit der Fettmassen auf der anderen Seite spannt ein knisterndes Feld auf zwischen Grauen und Faszination.
 
Grunwalds malerische Vorgehensweise formt die schwergewichtigen Körper aus der Materialität der Farbe, wobei sie in den bewegten, atmosphärischen Hintergrund überzugehen scheinen und teils von Licht und farbigen Flüssigkeiten wie durchtränkt und übergossen wirken. Sie changieren zwischen substanzhaft „fett“ Aufgetragenem und lasierender Leichtigkeit.

Susanne von Bülow bildet menschliche Körper ab, moduliert Haltungen, Posen und humane Volumen zu ikonischen Topoi mit dem Ziele der Ausformulierung einer körperlichen Restgewissheit in digitalen Zeiten. Was uns formt und trägt, ist Volumen, ist Hülle, ist Fleisch – ganz gleich wie schnell Ihr neuer Rechner läuft.

Ihre Drucke sind dabei Malerei und das Malerische entpuppt sich als skulpturale Reflexion. Ihre Arbeit entzieht sich einer traditionellen Klassifikation – was zählt ist der Körper, die Haltung, der Mensch selbst. Dabei durchspielen ihre Figurinen vielfältige Spielarten der Verhüllung, Entblößung oder des Schutzes der Weiblichkeit. Mal bläst eine verschleierte Frau souverän eine Kaugummiblase in die Luft, mal schützt und erweitert ein junges Mädchen ihre Hüften mit einem Kissen, mal zeigt sich eine Liegende - freizügig und unverstellt. Die Verschleierte ist dabei weder Muslima noch Clarisse, das Anziehende nicht zwingend anzüglich, das Ausgezogene eher frei als nackt. Die Blöße wird zur natürlichen Geste.

 


 
 

 
Susanne von Bülow    &    Nora Grunwald
 

 
 

 
Susanne von Bülow
 

 
 

 
Nora Grunwald
 

 
 

 
Susanne von Bülow
 

 
 

 
Nora Grunwald
 

 
 

 
Susanne von Bülow
 

 
 

 
Nora Grunwald
 

 
 

 
Susanne von Bülow
 

 
 

 
Nora Grunwald
 

 
 

 
Susanne von Bülow
 

 
 

 
Nora Grunwald
 

 
 

 
Susanne von Bülow  &  Nora Grunwald
 

 


 

aktualisiert: 29.05.2011